Erstellt am 11.09.2026 17:18:09 von NewsBot | Deutscher Schützenbund🔗
Bogen-DM Wiesbaden: Spannung, Stechen, erste Meister!
Foto: Eckhard Frerichs / Der Pfeil, der ihn ins Halbfinale brachte: Noah Nuber war zufrieden mit seinem X.

Bogen-DM Wiesbaden: Spannung, Stechen, erste Meister!

Die zwei ersten Einzel-Titel bei der Deutschen Meisterschaft Bogensport in Wiesbaden (11. bis 13. September) wurden bereits am Freitag in der ältesten Klasse der Recurveschützen vergeben, zudem gab es im Compoundbereich spannende Stechen und Überraschungen.

Um 10.04 Uhr – und damit vier Minuten später als geplant – eröffnete Moderator Micha Spannaus mit den Worten „Alle ins Gold“ die DM, exakt 195 Minuten später ertönte Applaus von allen Beteiligten, denn dann war die Qualifikation für die einen und der Wettkampf für die anderen beendet.

Compound Frauen & Männer: Junioren-Europameister gegen -Weltmeister
Bei den Compound-Frauen und -Männern wird es neue Titelträger geben. Die Titelverteidiger Leon Hollas (Dresdner Bogenschützenverein) und Alessa Thiel (BSV Warendorf) scheiterten bereits im Achtelfinale bzw. in der Qualifikation.

Bei den Männer kämpfen am Samstag auf dem Bowling Green Noah Nuber (SSV Baiertal 1925 e.V.), Ruven Flüß (BSV Eppinghoven 1743), Henning Lüpkemann (TV Meßkirch) und Yannic Arnold (TV Schiefbahn 1899 e.V.-BoSp) um Titel und Medaillen. Bei den Frauen greifen Katharina Landrock (Treff Schimborn), Sophie Wagner (SV Wechterswinkel), Jennifer Walter (SV Weil im Schönbuch) und Julia Böhnke (TV Meßkirch) um die DM-Krone.

Foto: Eckhard Frerichs / Die Beste bei den Recurve-Seniorinnen: Birgit Gölz siegte souverän.
Foto: Eckhard Frerichs / Die Beste bei den Recurve-Seniorinnen: Birgit Gölz siegte souverän.

Dabei kommt es bei den Männern zum Halbfinale zwischen Junioren-Europameister Nuber und -Weltmeister Ruven Flüß. Während sich Flüß in seinem Viertelfinale souverän durchsetzen konnte, musste Nuber nach einem 147:147 gegen ins Stechen. Dort ballte er nach der Schussabgabe die Faust, denn er hatte mitten in die Zehn getroffen: „Der war sehr gut und hatte sich perfekt angefühlt. Ich habe durchs Spektiv geschaut und gesehen, dass es ein X ist.“ Nuber tritt am Samstag erstmals auf dem Bowling Green an: „Die Vorfreude ist schon sehr groß. Ich bin kürzlich nach Wiesbaden gezogen, und da gleich auf dem Bowling Green zu stehen, ist schon etwas Besonderes.“ Für das Duell gegen Flüß erwartet Nuber „ein spannendes Match und hohe Scores.“

Bei den Frauen sorgte Sophie Wagner für eine kleine Überraschung, schließlich schaltete sie im Viertelfinale die Nummer eins der Qualifikation, Marie Marquardt (Blankenfelder BS), aus. Nach einem 142:142 musste auch hier ein Stechen entscheiden. Und trotz zittriger Hand setzte die Außenseiterin ihren Pfeil ins X, während Marquardt nur eine Acht schoss: „Es war aufregend, und meine Nerven waren überall, ich habe richtig gezittert. Wie ich das geschafft habe, weiß ich nicht“, so Wagner. Die war im vergangenen Jahr bereits Vierte, deswegen ist ihre Ambition für den Samstag nachvollziehbar: „Ich will eine Medaille!“

In der Qualifikation hatte Simon Moritz für das Highlight gesorgt: Der Jugend-Weltmeister 2025 verfehlte bei seinen 36 Pfeilen lediglich zwei Mal die Zehn (=358 Ringe), am Ende lag er mit 709 Ringen an der Spitze vor Paolo Kunsch (705) und Leon Hollas (701), die ebenfalls über 700 Ringe schossen. Dass Qualifikation und Ko-Phase zwei Paar Schuhe sind, musste er dann aber im Achtelfinale erfahren, als er überraschend Kai Fath (BSV Hassloch-Neustadt) mit 145:146 unterlag. Doch er war nicht der Einzige, denn die Top Vier der Qualifikation schieden allesamt aus.

Recurve Senioren: Birgit Gölz und Rick Koss siegen erstmals
Die ersten beiden Einzel-Titel des Wochenendes gingen einmal in den Norden und einmal in den Süden: Birgit Gölz (BC Villingen-Schwenningen) und Rick Koss (BSG Osterholz-Scharmbeck) siegten erstmals. Wobei Koss ein routinierter Sieger ist: „Es ist für mich der fünfte Titel. Ich habe in der Masterklasse drei Mal mit der Mannschaft und einmal im Einzel gewonnen, aber alle in der Halle.“ Den Grundstein legte er in der ersten Hälfte, denn nach 36 Pfeilen hatte er vier bzw. fünf Ringe Vorsprung auf die härtesten Konkurrenten. Die benötigte er aber auch: „Normalerweise bin ich im zweiten Durchgang immer besser, aber die letzte Passe – fürchterlich: 47. Da müssen wir dran arbeiten.“ Denn am Ende verwies der „Profi“ („Ich habe viel trainiert dafür, ich bin jetzt „Profi“, weil ich seit einem halben Jahr Rentner bin. Im Moment trainiere ich vier- bis fünf Mal die Woche – von nichts kommt nichts.“) mit 642 Ringen Robert Vogel (Bocholter Bogenschützen Club) und Wolfgang Hämmerle (Team Roth Bogensport) um einen bzw. zwei Ringe auf die Plätze. Dass er Deutscher Meister war, wusste er aber nicht sofort, sondern war auf Hilfe von außen angewiesen: „Kollegen haben mir per WhatsApp „Das Pferd spring nur so hoch wie es muss“, zugeschickt und dass ich gewonnen habe.“
Ganz ähnlich war der Verlauf für Birgit Gölz, wobei ihr Titel ungefährdet war: Denn nach den ersten 36 Pfeilen hatte sie mit 320 Ringen sagenhafte 21 Ringe zwischen sich und der zweitplatzierten Titelverteidigerin Elke Lohkamp (BogenTeam Cölln) gelegt: „Irgendwie lief es einfach. Da habe ich gemacht, was ich im Training mache!“ Zwar lief es in Hälfte zwei nicht mehr so flüssig („Danach habe ich ein bisschen den Faden verloren. Ich habe immer Probleme mit meinem ersten Pfeil, da brauche ich fast zwei Minuten, bis ich in den rausbringe. Und dann wird es hinten heraus immer etwas eng.“), doch am Ende war sie mit 608 Ringen vor Lohkamp (589) und Jutta Eckart (TV Blomberg, 563) erstmals Deutsche Meisterin: „Ich kann es gar nicht glauben! Ich habe jetzt mit meinem Sohn gleichgezogen, aber in den Brunnen springe ich nicht.“ Sohn Dominic hatte 2018 sensationell den Titel bei den Recurve-Männer gewonnen und sich rücklings in den Brunnen auf dem Bowling Green fallen lassen.

Recurve Jugend w/m: Unterschiedliche Halbfinal-Zusammensetzungen
Zwei völlig unterschiedliche Halbfinal-Zusammensetzungen gibt es bei der Recurve Jugend: Während im männlichen Bereich die Nummer eins (Johann Conrad, BSSC Olympia), zwei (Titelverteidiger Emil Sperber, SV Mönkeberg), vier (Johannes Berner, TSV Waldtrudering) und sechs (Jannik Heinrich, BSSC Olympia) der Qualifikation in der Vorschlussrunde stehen, ist bei der weiblichen Jugend mit Lina Marie Paul (SG Bad Salzuflen) lediglich eine der Favoritinnen im Halbfinale. Die Zweite der Qualifikation bekommt es in ihrem Halbfinale mit der 13. der Qualifikation, Pia Kallina (BSSC Olympia, 11.) zu tun. Im anderen Halbfinale stehen sich Lina Koslowski (BSSC Olympia, 9.) und Celina Kehrein (SG Bad Salzuflen, 13.) gegenüber.
Bei der Masse an Schützen des BSSC Olympia war das Ergebnis des einzigen Teamwettbewerbs bei der DM nicht überraschend: Denn der BSSC stand mit drei Teams auf dem Treppchen…


Weitere News:
Alle Infos, News und Livestreams von der DM in Wiesbaden
DM Bogen im Freien: Limitzahlen für die DM Bogen in Wiesbaden veröffentlicht
Bogen-DM Wiesbaden: Ein perfektes Paar
DM Bogen Wiesbaden: Livestream von den Finalmatches auf dem Bowling Green
DSB-Podcast: Neue Episode mit Freddy Siebert
DM Bogensport Wiesbaden: Elisa Tartler beendet Leistungssport-Karriere
DM Bogenschießen Wiesbaden: Die letzten Fakten & Zahlen
Quelle: Deutscher Schützenbund
🔗 Link wurde kopiert!