Schüler-DM Bogen Suhl: Premiere im DSB
Am Samstag, 22. August, findet eine Premiere im Deutschen Schützenbund statt: Dann steigt in Suhl die erste Deutsche Meisterschaft für Schüler (A und B) im Bogensport. Und die Resonanz ist groß: 209 Kinder im Alter von zwölf bis 15 Jahren gehen an den Start.
Die Idee kam Nachwuchs-Bundestrainer Freddy Siebert: „Wir benötigen einfach mehr Nachwuchs und wollten ein attraktives Angebot für die Kinder in diesem Alter machen. Wir wollen viele Kinder für den Sport begeistern und die ganzen Facetten des Bogenschießens zeigen.“
In Suhl schießen die Schüler A (14/15 Jahre) und Schüler B (12/13 Jahre) mit dem Blank-, Compound- und Recurvebogen. Dadurch, dass es nun eine gesonderte Schüler-DM gibt, wurden gleich zwei Bögen mit einer Klappe geschlagen: „Die Kinder sind jetzt komplett unter sich und haben wir bei der DM in Wiesbaden rausgenommen. Dadurch konnten wir bei beiden Meisterschaften die Limitzahlen heruntersetzen“, so Siebert. Für den Recurve-Verantwortlichen im Nachwuchsbereich bietet die DM natürlich eine hervorragende Gelegenheit, sich die Stars von morgen anzusehen: „Natürlich sichte ich auch in Suhl, aber das mache ich das ganze Jahr, aber wenn mir einer ins Auge springt, gucke ich noch etwas genauer hin.“
Während die Schüler A-Klassen allesamt 72 Pfeile schießen, absolvieren die Schüler-B Schützen ein Halbprogramm (36 Pfeile), dem sich ein Athletikparcours anschließt. Dieser fließt nicht in die DM-Wertung ein, für Siebert ist dieser dennoch wichtig: „Es war mein Wunsch, die Kinder ganz langsam an die Übungen heranzuführen, die zum Bogenschießen dazugehören.“ Diese Übungen dauern maximal drei Minuten und dienen der Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination.
Siebert hofft, dass die DM der Anfang einer Erfolgsgeschichte wird: „Ich hoffe, dass wir einen guten Zuspruch erhalten von den Schülern, von den Eltern, die wahrscheinlich vor Ort sein werden, von den Trainern. Dass das ein Konzept wird, was wir in Zukunft ausbauen können. Und natürlich erhoffe ich mir, dass wir nächstes Jahr nicht nur 209, sondern vielleicht 250 Teilnehmer haben.“ Sportlich legt der Nachwuchs-Bundestrainer gar nicht so viel Wert auf die Ergebnisse. Wichtiger ist ihm, „dass sich die Trainerausbildung der letzten Jahre einfach gelohnt hat, sodass die Schüler jetzt stilistisch gut dastehen und wir sehen können: Damit können wir gut arbeiten oder könnten wir gut arbeiten, wenn es der Step in den Nationalkader sein sollte.“
Besonderes Angebot für Eltern
Und dann gibt es noch einen ganz besonderen Punkt im DM-Programm: Nicht für die Kinder, sondern für die Eltern bzw. Betreuer. Parallel zum zweiten Teil des Schüler A-Programms bzw. zum Schüler B-Athletikparcours gegen 13.30 Uhr hält Dr. Valeria Eckhard einen Vortrag zum Thema ihrer Doktorarbeit: „Eltern im Leistungssport“. Der Vortrag und die anschließende Diskussion sind kostenlos und ohne Voranmeldung, Siebert erhofft sich viele Zuhörer: „Es ist mir wichtig, dass Eltern wissen, was ihre Aufgabe im Sport ihrer Kinder ist. Und in meinen Augen dürfen die Eltern der größte Fan ihres Kindes sein, dann sollten sie diese aber beim Sport auch in Ruhe lassen und einfach mal machen lassen. So gibt es Studien, die sagen, dass nur 20 Prozent der Kinder wollen, dass ihre Eltern im Wettkampf dabei sind.“ Und weiter: „Ich möchte jetzt damit anfangen, damit wir die Eltern abholen und in Zukunft damit weiterarbeiten können.“
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