Erstellt am 25.07.2026 21:09:03 von NewsBot | Deutscher Schützenbund🔗
Die Finals Hannover: Bogensport-Party vor dem Neuen Rathaus
Foto: Eckhard Frerichs / Paolo Kunsch und die SGi Ditzingen benötigten im letzten Pfeil des Goldfinals die Zehn, und Kunsch lieferte die Zehn.

Die Finals Hannover: Bogensport-Party vor dem Neuen Rathaus

Bogensport-Großkampftag bei Die Finals in Hannover: Sowohl in der Finalarena vor dem Neuen Rathaus als auch auf dem Schützenplatz flogen die Pfeile und wurden insgesamt elf neue Deutsche Meister in den Teamwettbewerben gekürt. In der pickepackevollen Finalarena vor dem Neuen Rathaus herrschte grandiose Stimmung bei schönstem Sommerwetter.

Recurve-Team Ü18: Tacherting und Berlin jubeln
Die FSG Tacherting ist das Maß der Dinge im Team-Bogenschießen mit dem Recurvebogen: Nach dem Bundesligasieg im Februar in Wiesbaden verteidigten Felix Wieser, Moritz Wieser und Michael Reiter auch bei Die Finals in Hannover ihren Titel aus dem Vorjahr. Im Goldfinale ließ das bayerische Trio Bastian Gropp, Kilian Mayer und Jakob Weske (SV Erfurt West 90) beim 6:0 (50-49, 58-53, 55-51) keine Chance. Nach einem „Abtasten“ und „Einschießen“ in der ersten Passe zeigten die Tachertinger in der zweiten Passe mit vier Zehnern und zwei Neunern ihr ganzes Können und ließen sich auch danach nicht mehr von der Siegerstraße abbringen. Für den diesjährigen Team-Europameister Moritz Wieser ein besonderer Erfolg: „So ein Titel bedeutet mir richtig viel. Zum einen, es mit den Vereinskollegen zu schaffen und zum anderen, unseren Sport bei diesem Multisport-Event zu repräsentieren. Das ist einfach toll, wie der Bogensport dargestellt wird. Jeder Wettkampf in so einer Finalarena bringt mich als Sportler weiter.“ Auch Bruder Felix zeigte sich begeistert und verriet das Tachertinger Geheimrezept: „Wir haben viel Erfahrung, seit bald 50 Jahren stellen wir immer Nationalmannschafts-Mitglieder, das merkt man natürlich. Wenn du gut schießen willst, hast du in Tacherting alles, was du brauchst.“ Und für Reiter erfüllte sich ein kleiner Traum: „Es ist für mich der erste Titel bei Die Finals, und die Krönung wäre, wenn sie die Nationalhymne spielen, wenn ich auf dem Podest stehe. Letztes Mal lief Andreas Bourani…“ Bronze ging an Robin Meinig, Florian Kämmerer, Peter Sach (Blankenfelder BS 8), die sich 6:2 (53-49, 47-45, 48-50, 47-43) gegen Lukas Winkelmeyer, Niclas Priebe und Carlo Schmitz (Sherwood BSC Herne 1) durchsetzten.

Im Goldfinale der Frauen trafen der letztjährige Silbermedaillengewinner BSG Raubling mit Katharina Bauer, Charline Schwarz und Balbina Kellerer und der Bronzemedaillengewinner BSC BB-Berlin in der Besetzung Elina Idensen, Clea Reisenweber und Melina Koepper aufeinander. Beide Teams hatten ihre Probleme, die Zehn zu finden, denn die Ergebnisse der Passen war nicht so hoch wie gewohnt. Berlin legte 2:0 und 4:2 vor und hatte Match-Schuss: Idensen benötigte eine Acht und schoss eine Acht zum 5:3 (50-49, 45-51, 51-48, 51-51): „Ein gutes (Niedersachsen-)Pferd springt nur so gut, wie es muss. Es hätte nicht so spannend sein müssen, aber für das Publikum war es sicherlich cool“, so die gebürtige Niedersächsin danach lachend. Für sie sei es etwas Besonderes: „Es sind viele Freunde und Familie da, das ist cool und macht Spaß, da zu schießen, wo man herkommt.“ Für Reisenweber, die bei Die Finals 2022 Mixed- und Team-Gold gewonnen hatte („Es ist schon lange her!“), hob einen anderen Aspekt hervor: „Es macht sehr viel Spaß, Die Finals haben sich massiv entwickelt und nach Platz drei im Vorjahr ist es noch schöner, ganz oben zu stehen.“ Bronze ging an Titelverteidiger BSG Ebersberg mit Elisa Tartler, Aichinger und Michelle Kroppen (BSG Ebersberg 1) durch ein 6:2 (49-50, 53-45, 57-44, 56-54) gegen Flora Kliem, Svenja Herrmann und Freya Kliem (ASC Göttingen).

Compound-Team Ü18: Publikum feiert Ditzingen & Oberallgäu
Routine auf der einen Seite mit den ehemaligen Kaderschützen Sebastian Voß, Tim Krippendorf und Leon Hollas (1. Kellinghusener Bogenclub 2), Sturm und Drang auf der anderen Seite mit den aktuellen Nationalkadern Ruven Flüß und Paolo Kunsch sowie Markus Amann (SGi Ditzingen 1). So lautete das mit Spannung erwartete Goldfinale der Compound-Männer. Und die begeisterten Zuschauer wurden nicht enttäuscht, sahen ein ausgeglichenes Match, in dem Kellinghusen den etwas besseren Start hatte (56:54), der Konter von Ditzingen aber prompt folgte (109:111). Als Kunsch mit zwei Zehnern an der Spitze den Vorsprung auf drei Ringe ausbaute (165:168), war eine kleine Vorentscheidung gefallen, denn die Ditzinger ließen sich das nicht mehr aus der Hand nehmen: Auch wenn Kellinghusen mit 58 Ringen ihre beste Passe schoss (58), sorgte der überragende Kunsch mit seinem letzten Pfeil für Gold: Seine Zehn bedeutete exakt einen Ring Vorsprung (223:224): „International spielt die Musik, und da müssen die Zehner her. Der Anspruch ist, voll zu schießen – das trainieren wir. Es ist immer schön, wenn man es entscheiden kann, es war ein Stück weit ein besonderer Pfeil“, so Kunsch, der auch die Atmosphäre und die Zuschauer lobte: „Es ist mega-cool. Das Publikum hier, ansonsten ist es immer sehr Community lastig, das Flair ist einfach top. Es ist einfach cool, auf dem Finalfeld zu stehen mit dem Team und dann diesen Erfolg zu feiern.“ Für U21-Weltmeister Flüß hatte der Sieg mehrere Bedeutungen: „Es ist der erste und der beste bei Die Finals! Mir bedeutet der Titel sehr viel, weil ich noch nie einen Team-Titel gewonnen hatte.“ Bronze ging an Kai Knechtel, Thomas Hasenfuß, Sascha Niedermeyer vom SV Querum 1, die 222:206 gegen Steffen Diefenbach, Sven Schmitz und Simon Lang (SuSC Müllenborn 1) siegten.

Foto: Eckhard Frerichs / Volles Haus, prächtige Stimmung, Live-Übertraung und Gold: Melina Koepper, Clea Reisenweber und Elina Idensen freuen sich über Recurve-Gold im Team.
Foto: Eckhard Frerichs / Volles Haus, prächtige Stimmung, Live-Übertraung und Gold: Melina Koepper, Clea Reisenweber und Elina Idensen freuen sich über Recurve-Gold im Team.

In der gestrigen Ko-Phase hatte sich bereits angedeutet, dass es im Goldfinale eng zugehen würde. Denn Jennifer Walter, Marie Marquardt und Katharina Raab (Oberallgäuer Gauschützen 2) auf der einen Seite sowie Katharina Kutscher, Svenja Flechtker und Alessa Thiel (BC Initiative Hergolding 3) lagen mit 224 bis 226 Ringen nahezu gleichauf. Und so verlief auch das Goldfinale: Zunächst lag Oberallgäu mit einem Ring vorne (54-53), dann glich Hergolding mit der stark schießenden Kutscher aus (110-110). Als den Herausforderinnen aus Hergolding in der dritten Passe aber nur zwei Zehner gelangen, nutzte das National-Trio das konsequent, ging mit zwei Ringen in Führung und ließ sich nicht mehr von der Siegerstraße abbringen: Den Schlusspunkt setzte die überragende Raab mit einer Zehn zum 223:219, die einen Vorteil gegenüber den Gegnerinnen ausmachte: „Es liegt an der Erfahrung! Wir konnten uns sammeln und im richtigen Moment reinhauen.“ Marquardt stieß ins gleiche Horn („Auf jeden Fall war Druck dahinter, aber die Erfahrung ist unser größter Vorteil.“), während Walter einen positiven Aspekt von Hannover und Die Finals hervorhob: „International schießen wir nicht immer auf den großen Plätzen, deshalb sind die Finals so wichtig, um mit Druck und Kameras umzugehen.“ Bleibt das vielleicht größte Problem im Team, die Sprache, die im Oberallgäu gesprochen wird: „Da werden schon ein paar Wörter beigebracht“, so Raab zu ihren nicht-bayerischen Teamkolleginnen lachend. Irene Dotzel, Ulrike Wiese und Susanne Engemann (SuSC Müllenborn 2) freuten sich nach einem 191:187 gegen Cicek Akcakaya, Helene Mols und Tanja Nordmeyer-Kuhne (Hamburger Bogenschützen Gild 5) über die Bronzemedaille.

Recurve-Team Jugend: Freudentränen bei Niederwetz
Die schönsten Siege sind immer noch die unerwarteten. Als nach einem ausgeglichenen Match (53-52, 50-52, 50-54, 48-47) zwischen Pia Kallina, Finja Knaak und Amelie Masche (BSSC Olympia) sowie Lisa Nickel, Leni Jahns und Magdalena Milnerowicz (SPS Niederwetz) im Stechen alles auf einen Sieg der Berlinerinnen hindeutete, ging der Arm des Kampfrichters plötzlich auf die andere Seite. Ein Pfeil wurde aufgewertet, sodass es erneut Gleichstand hieß (23:23), und der beste Pfeil für Niederwetz sprach: „Wir dachten, dass Berlin im Stechen einen Ring mehr hat. Für uns war es der erste Titel, es sind Tränen geflossen, wir können es noch gar nicht realisieren, es herrscht pure Freude“, sagte Magdalena Milnerowicz mit schimmernden Augen. Bronze ging an Sarah Kirchner, Paulina Bertels und Lina Marie Paul (SG Bad Salzuflen) nach einem 6:0 (54-37, 57-55, 56-43) gegen die FSG Tacherting 4.
Im Goldmatch der männlichen Teams gab es ein süddeutsches Duell: Ole Decher, Till Hermann und Bastian Nickel (Sportvereinigung Eberstadt 1) bekamen es mit Marc Arenz, Johannes Berner und Julian Weise (TSV Waldtrudering 1) zu tun. Und die Bayern setzten sich am Ende verdient durch, gewannen nach der Qualifikation auch das Finale mit 6:2 (52-49, 49-52, 51-49, 54-52) und dürfen sich nun Deutscher Mannschaftsmeister nennen. Bronze gewannen Viacheslav Bielskyi, Demir Dogic und Simon Su (PSV München 6) durch ein 5:4 (47-46, 45-40, 47-52, 41-45, 26-25) gegen SV Geratal Elxleben.

Recurve-Team Master: Die eins und zwei der Qualifikation siegen
Brigitte Curtis, Britta Körber und Sandra Wittmann (SV Eintracht Bad Salzdetfurth 1) sowie Simone Mirtes, Karin Walter und Sandra Wittmann (SV Moosbach 2) standen sich in der Master-Klasse gegenüber. Das war die logische Konsequenz aus der Qualifikation, die beide Teams auf den Plätzen eins und zwei beendet hatten, die Niedersachsen stellten mit 1787 Ringen gar einen neuen Deutschen Rekord auf. Aber ein Finale hat andere Gesetze, und so jubelte am Ende das bayerische Team über das 6:2 (48-46, 46-41, 44-50, 49-44). Nermin Çak?r, Annette Cremer und Beatrice Danielzyk (Kölner Klub für Bogensport 2) freuten sich nach einem 6:2 gegen den SV 1919 Arolsen 4 über die Bronzemedaille.
Und auch im Goldfinale der Männer standen sich die Nummer eins der Qualifikation, Frank Hammann, Stephan Wenzl und Udo Weyhersmüller (BSC Schömberg 2), und die Nummer zwei der Qualifikation, Nestor Couyoumtzoglou, Adolf Mohr und Markus Zellmann (BC Oberauroff 1) gegenüber. Beide Teams waren nahezu gleichauf, sodass es am Ende zu einer ganz engen „Kiste“ wurde: Schömberg drehte einen 0:2-Rückstand und rettete sich mit einem Unentschieden in der vierten Passe zum 5:3-Sieg (51-52, 52-48, 54-53, 47-47). Weyhersmüller war überglücklich: „In dieser Konstellation haben wir schon einmal in Berlin gewonnen, dennoch haben wir den Titel nicht erwartet. Unser Ziel war das Halbfinale.“ Es wurde mehr: „Da werden wir noch die ein oder andere Woche darüber reden und uns beim Wiedersehen sagen: Weißt du noch…! Und dann wird wieder gelacht und sich nochmals gefreut.“ Bronze ging an Stefan Weigel, Thomas Orel und Thomas Strasser (TSV Jahn Freising 2), die sich mit 5:4 (51-48, 50-47, 45-49, 45-53, 26-26) knapp gegen die FSG Tacherting 2 durchsetzten.

Recurve-Team Senioren: Um 20.30 Uhr jubelt St. Tönis
Um 20.30 Uhr schlug der letzte Wettkampfpfeil des Tages auf der Scheibe ein und machte Josef Gentges, Peter Mikulaschek und Klaus Thiede (SFT 1962 St. Tönis) zum neuen Deutschen Meister. In der ältesten Mannschaftsklasse, den Senioren, zeigte das Trio, wie auch Finalgegner Harry Hertwig, Achim Nikolaiczek und Edgar Schäfer (SFT 1926 St. Tönis), beim 5:3-Ausgang (52-52, 46-44, 42-49, 52-46), dass auch im höheren Alter noch hervorragender Bogensport möglich ist. „Es ist für uns der erste DM-Titel, nachdem wir in Düsseldorf schon Silber gewonnen hatten“, meinte Gentges, der seit ungefähr 15 Jahren den Bogen spannt. „Wir haben uns gesagt, irgendwann fahren wir nochmals zu Die Finals. Wir haben nicht damit gerechnet, aber heute hat alles gepasst.“
Bronze ging an Wolfgang Frey, Leonhard Paterok und Paul Wallner (BSC Schömberg 1) durch ein 6:2 (36-42, 49-46, 42-39, 39-38) gegen den PSV München 3.

Blank-Team: Neu-Mitglied gewinnt Gold
Dominant! So war der Auftritt von Enrico Kabbe, Uwe Lang und Jan Stollberg (SV zu Glindow 1924) im Teamwettbewerb der Männer. Den 22 Ringen Vorsprung in der Qualifikation, dem 6:0 im Viertel- und 5:1 im Halbfinale ließen sie im Goldfinale ein klares 6:0 (52-42, 48-45, 46-42) gegen Rene Baier, Christoph Häussler und Stephan Rueß vom SV Kadeltshofen 4 folgen. Der SF Gechingen 1 in der Formation Martin Fahr, Steffen Hüneburg und Armin Raab holte sich die Bronzemedaille durch ein 6:0 (47-43, 51-45, 51-41) gegen den SC Wietzenbruch.
Das nennt man mal Planung: „Wir sind Anfang des Jahres in den DSB eingetreten, um die Erfahrung bei Die Finals zu machen“, sagte Yvonne Harlos vom BSC Hohen Neuendorf. Gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Bianca Klotzsche und Katrin Haneberg siegte sie im Finale gegen Sandra Dölitzscher, Ellen Klotz und Susan Schumann (PSG Gera) mit 5:1 (48-48, 49-41, 41-38). „Ich habe Erdbeerpelle am ganzen Körper“, beschrieb Neumitglied Harlos ihren Gemütszustand und gab an, feiern zu gehen. Bronze ging an Silke Schultrich, Sabine Schwandt und Anke Westermann (Elberfelder TG 1847 Korp. 3) nach einem 5:4 (39-43, 43-37, 43-50, 39-32, 20-7) gegen den SV Kadeltshofen 3.


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Quelle: Deutscher Schützenbund
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